Thomas Schaaf (geb. 1961, Mannheim) besitzt die Fach- hochschulreife und hat eine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert.
Er ist verheiratet und hat eine Tochter.
Schaaf ist seit 1972 Mitglied bei Werder Bremen; bis 1979 als Jugendspieler und
bis 1995 als Profi. Er bestritt 262 Bundes- ligaspiele, gewann zweimal die Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal sowie den
Europapokal der Pokalsieger. Von 1988 bis 1995 war Schaaf Spieler und Jugendtrainer. Später stieg er
zum Trainer der Amateurmannschaft auf.
Seit 1999 ist er Trainer der Profimannschaft und führte sie zum Gewinn
des DFB-Pokals. Der Gewinn des Doubles (03/04) war das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte.
"Wir sehen uns nicht als Bayern-Jäger"
OFCE.de:
Herr Schaaf, vor der Saison wurde Werder von den Medien eine schwere Saison
prophezeit. Aktuell steht ihr Team in der Spitzengruppe der Bundesliga. Wo liegt ihr Erfolgsgeheimnis und wo kann die Reise in dieser Saison noch hingehen?
Thomas Schaaf: Das geht im Fußball immer ganz schnell, dass
man plötzlich wieder hochgejubelt wird. Wir haben in dieser Saison viel von dem wiedergefunden, was Werder Bremen in den
vergangen Jahren ausgezeichnet hat. Wir können das aber richtig einordnen und sehen uns nicht als Bayern-Jäger oder
Meisterkandidat, sondern wollen eine bessere Saison spielen als die vergangene und streben einen Platz im oberen
Tabellendrittel an.
OFCE.de:
Sie arbeiten mit einer unglaublichen Konstanz erfolgreich als Trainer. Was zeichnet
heute einen erfolgreichen und modernen Trainer aus? Was muss man mitbringen, um langfristig in diesem Beruf zu arbeiten?
Thomas Schaaf: Dafür müssen die Voraussetzungen gegeben
sein und auch die Geschäftsführung muss die Philosophie teilen. Aber als Trainer muss man auch mit der Zeit gehen, muss
Trends im Fußball mit aufnehmen und in seine Arbeit einbeziehen
OFCE.de:
Wie hat sich die Trainerarbeit in den letzten Jahren verändert? Was sind die schönen
Seiten ihres Berufs und welche empfinden Sie als weniger angenehm?
Thomas Schaaf: Als Trainer muss man seine Arbeit immer
wieder überprüfen und schauen, ob Veränderungen die angedacht sind und diskutiert werden auch für einen selbst passen könnten.
Sehr schön ist im Fußball, dass man schnell Erfolge feiern kann, negativ ist aber, dass selten die Zeit bleibt, um Dinge intensiver anzugehen!
OFCE.de:
Als Oranienburger haben wir natürlich besonders ein Auge auf Sebastian Mielitz und
Marcus Mlynikowski, zwei junge Talente, die aus unserem Nachwuchs hervorgegangen sind und den Sprung zu Werder geschafft
haben. Sebastian ist eine feste Größe in Ihrem Profi-Kader geworden. Wo liegen seine Stärken und kann er es schaffen,
langfristig die Nummer 1 zu werden?
Thomas Schaaf: Natürlich trauen wir Sebastian den Sprung zu.
Dass er ein guter Torhüter ist und man sich auf ihn verlassen kann, hat er schon oft gezeigt und zeigt es auch im Moment
wieder mit guten Leistungen.
OFCE.de:
Marcus ist ein schneller Linksfuß in der Abwehr der U 23. Wie sehen Sie seine
sportliche Entwicklung bislang und hat er das Potential, ebenfalls bald Ihren Bundesliga-Kader zu ergänzen?
Thomas Schaaf: Marcus war am Anfang der Saison bei den
Profis dabei. Er ist ein junger Mann, der sich noch entwickeln muss. Wir haben aber die Hoffnung, dass sein Weg noch nicht zu Ende ist.
Herr Schaaf, wir bedanken uns für den kurzen Einblick und wünschen weiterhin viel Erfolg in Ihrer Arbeit.
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